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Nuraghe Losa, ein bronzezeitlicher Steinturm
Kultur

Nuraghen und die Geschichte Sardiniens

Kaum ein Bauwerk ist so eng mit Sardinien verbunden wie der Nuraghe: ein kegelförmiger Steinturm aus der Bronzezeit, von dem es über 7.000 erhaltene Exemplare auf der Insel gibt – vermutlich waren es einst mehr als 10.000.

Was ist ein Nuraghe?

Ein Nuraghe ist ein aus grossen, meist unbehauenen Steinblöcken errichteter Rundturm, oft mit einer nach innen kuppelartig zulaufenden Kammer (ähnlich den griechischen Tholos-Gräbern). Die ersten "Protonuraghen" entstanden ab etwa 2.000 v. Chr., die grosse Bauwelle bis rund 1.200 v. Chr.; danach wurden viele bestehende Anlagen erweitert und zu komplexen Wehrtürmen mit mehreren Nebentürmen ausgebaut.

Wozu dienten sie?

Über die genaue Funktion wird bis heute diskutiert – vermutet werden Wohntürme, Verteidigungsanlagen, Kultstätten oder eine Kombination davon. Sicher ist: Die Nuraghenkultur war die prägende Zivilisation Sardiniens während der Bronze- und frühen Eisenzeit, mit eigenem Handwerk, eigenen Bronzefigürchen ("Bronzetti") und Handelsbeziehungen bis ins östliche Mittelmeer.

Su Nuraxi di Barumini, die komplexeste erhaltene Nuraghenanlage, wurde 1997 als erste sardische Stätte in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Die wichtigsten Anlagen für einen Besuch

Danach: Phönizier, Karthager, Römer

Ab etwa dem 8. Jahrhundert v. Chr. errichteten phönizische Händler Küstenstützpunkte (u. a. Nora, Tharros), gefolgt von karthagischer und schliesslich römischer Herrschaft ab 238 v. Chr. Diese Schichten sardischer Geschichte lassen sich an vielen Ausgrabungsstätten der Insel bis heute nachvollziehen.

Praktischer Tipp: Viele kleinere Nuraghen sind frei zugänglich und kaum besucht – ein Abstecher abseits der bekannten Hauptstätten lohnt sich oft für ein ruhigeres Erlebnis.