Wildschweine auf Sardinien
Kaum ein Tier ist auf Sardinien so präsent wie das Wildschwein (italienisch: cinghiale) – sowohl in freier Natur als auch auf dem Teller. Was man über die sardischen Wildschweine wissen sollte.
Weit verbreitet, selten wirklich selten
Wildschweine gehören zu den häufigsten Wildtieren Sardiniens und sind über die ganze Insel verteilt, besonders zahlreich in den bewaldeten Bergregionen des Landesinneren wie dem Supramonte oder der Barbagia. In den letzten Jahren hat der Bestand sogar so stark zugenommen, dass Landwirtschaft und Strassenverkehr regelmässig betroffen sind – die Region reagiert unter anderem mit verlängerten Jagdzeiten.
Wo Begegnungen möglich sind
Sichtungen am helllichten Tag sind selten, da die Tiere überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv sind. Wer im Landesinneren wandert oder abends mit dem Auto durch bewaldete Gebiete fährt, sollte trotzdem mit Wildwechsel rechnen – Wildschweine können Strassen unvermittelt queren.
Cinghiale auf dem Teller
Wildschwein ist eine der klassischen Fleischsorten der sardischen Küche, oft als Cinghiale in agrodolce (süss-sauer geschmort) oder als Ragù zu Pasta serviert. In ländlichen Restaurants und Agriturismi steht Cinghiale besonders häufig auf der Karte – ein Gericht, das eng mit der Jagdtradition des Landesinneren verbunden ist.
Praktische Hinweise
- Auto und Dämmerung: Auf Landstrassen im Inneren der Insel abends und nachts vorsichtig fahren, besonders in Waldgebieten.
- Auf Wanderungen: Wildschweine meiden Menschen in der Regel von sich aus – ein respektvoller Abstand reicht, ein Muttertier mit Frischlingen sollte man aber grossräumig umgehen.
- Kulinarisch neugierig sein: Wer sardische Küche abseits der Küste probieren möchte, findet Cinghiale-Gerichte fast garantiert auf der Karte eines Agriturismo.