Domus de Janas: Die Feenhäuser Sardiniens
Lange bevor die ersten Nuraghen entstanden, gruben die Menschen Sardiniens kunstvolle Grabkammern in den Fels – rund 3500 davon sind bis heute erhalten.
Was Domus de Janas sind
Der Name bedeutet wörtlich "Häuser der Feen". Es handelt sich um Grabkammern aus dem Neolithikum, die zwischen etwa 4400 und 2300 v. Chr. direkt in weichen Fels gehauen wurden – von der Ozieri-Kultur und weiteren vor-nuraghischen Kulturen der Insel.
Nachbildung eines Hauses für die Toten
Im Inneren wurden Satteldächer, Säulen, Feuerstellen und sogar steinerne Betten nachgebildet – ein bewusster Versuch, den Toten ein Zuhause im Fels zu schaffen. Manche Wände zeigen noch Reste roter Ockerfarbe und stierkopfförmige Symbole, vermutlich als Schutzsymbole gedacht.
Warum sie kaum bekannt sind
Im Schatten der bekannteren Nuraghen und der Riesen von Mont'e Prama geraten die Domus de Janas bei den meisten Sardinien-Reisenden in Vergessenheit – dabei zählen sie zu den ältesten erhaltenen Zeugnissen menschlicher Besiedlung der Insel.