Sa Femina Accabadora: Legende oder Realität?
Eine der düstersten Figuren der sardischen Folklore: schwarz gekleidete Frauen, die schwer Leidenden angeblich einen "guten Tod" gebracht haben sollen – bis heute ist umstritten, ob es sie wirklich gab.
Wer war die Accabadora?
Der Name leitet sich vom sardischen "s'acabbu" (das Ende) bzw. dem spanischen "acabar" (beenden) ab. Der Überlieferung nach war die Accabadora eine respektierte, aber auch gefürchtete Frau in der Dorfgemeinschaft, die auf Bitten der Familie unheilbar Sterbenskranken half, schneller und schmerzfreier zu sterben.
Historisch umstritten
Ob diese Praxis tatsächlich in dieser Form existierte, ist unter Historikern nicht abschliessend geklärt – konkrete, zeitgenössische Belege sind rar. Ein Museum in Arzachena (Gallura) widmet sich dem Thema und dokumentiert die überlieferten Erzählungen dazu, ohne die historische Faktenlage endgültig zu klären.
Warum die Legende bis heute fasziniert
Die Geschichte berührt ein Thema, das auch heute noch kontrovers diskutiert wird: Sterbehilfe und der Umgang mit unheilbarem Leiden. Dass eine ländliche Inselgesellschaft dafür offenbar eine eigene kulturelle Antwort entwickelte, macht die Erzählung auch aus heutiger Sicht bemerkenswert.