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Hohe Schilfrohr-Halme im Wind
Insider

Launeddas: Sardiniens 3000 Jahre altes Instrument

Drei Schilfrohre, ein Mund, kein Atemzug Pause: Die Launeddas gehören zu den ältesten noch gespielten Blasinstrumenten Europas – und sind technisch bemerkenswert anspruchsvoll.

Aufbau des Instruments

Das Instrument besteht aus drei Schilfrohrpfeifen unterschiedlicher Länge: einer Bordunpfeife, die einen Dauerton hält, sowie zwei weiteren Pfeifen, auf denen die eigentliche Melodie in Terzen und Sexten gespielt wird – alle drei gleichzeitig, mit nur einem Mund.

Zirkularatmung als Schlüsseltechnik

Damit der Ton nie abreisst, wird mit Zirkularatmung gespielt: Die Wangen speichern Luft, während gleichzeitig durch die Nase eingeatmet wird – so entsteht ein ununterbrochener Klang, teils minutenlang ohne hörbare Pause.

Gut zu wissen: Das Erlernen der Launeddas dauert traditionell Jahre. 2014 wurde die Bedeutung des Instruments international gewürdigt, als der Meisterspieler Luigi Lai im Rahmen einer Kulturveranstaltung in Paris auftrat.
Manche Melodien werden auf den Launeddas ohne eine einzige hörbare Atempause gespielt.

Wo man sie heute noch hört

Launeddas begleiten bis heute religiöse Prozessionen und traditionelle Tänze ("su ballu") auf der Insel, vor allem im Süden Sardiniens. Bei Dorffesten im Landesinneren stehen die Chancen am besten, sie live zu erleben.