Sardinien-BlogTipps & Ideen für die ganze Insel
Historischer Torbogen im Castello-Viertel von Cagliari
Insider

Das Königreich Sardinien: Namensgeber Italiens

Kaum ein Reisender ahnt, dass der Name dieser Insel einst einem ganzen Königreich gehörte – demselben Staat, aus dem 1861 das heutige Italien hervorging.

Von Aragón zu Savoyen

Bereits 1297 wurde Sardinien per päpstlichem Dekret der Krone von Aragón zugesprochen, unter dem Titel "Königreich Sardinien und Korsika". Im Jahr 1720 wechselte die Insel schliesslich zum Haus Savoyen: Herzog Viktor Amadeus II. musste im Gegenzug für Sizilien auf Sardinien ausweichen und wurde damit erster "König von Sardinien" aus dem Hause Savoyen.

Regiert von Turin aus

Bemerkenswert: Der eigentliche Regierungssitz der Könige von Sardinien lag nicht auf der Insel, sondern im piemontesischen Turin. Die Insel gab dem Staat zwar formal ihren Namen, blieb politisch aber eher eine Randregion des eigentlichen Machtzentrums.

Gut zu wissen: Genau dieses Königreich Sardinien-Piemont war es, das im 19. Jahrhundert die italienische Einigung vorantrieb – am 17. März 1861 wurde es offiziell in "Königreich Italien" umbenannt.
Der Name des heutigen Italiens hat seine Wurzeln formal in einem Königreich, das nach dieser Insel benannt war.

Sichtbare Spuren heute

Im Castello-Viertel von Cagliari, dem historischen Verwaltungszentrum der Insel unter spanischer, savoyischer und später italienischer Herrschaft, lassen sich noch heute Bauten aus dieser Zeit besichtigen – etwa der ehemalige Königspalast (Palazzo Regio).