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Reife Hartweizenähren kurz vor der Ernte
Insider

Su Filindeu: Die seltenste Pasta der Welt

"Die Fäden Gottes" – so die wörtliche Übersetzung von Su Filindeu. Weniger als zehn Menschen weltweit beherrschen die Technik, diese hauchdünne Fadenpasta von Hand herzustellen.

Eine einzige Familie seit über 300 Jahren

Su Filindeu wird in Lula bei Nuoro seit Generationen ausschliesslich von den Frauen der Familie Abraini hergestellt. Das Rezept und die Technik werden mündlich innerhalb der Familie weitergegeben – Aussenstehende, denen die Herstellung gezeigt wurde, scheiterten bislang daran, das Ergebnis zu reproduzieren, selbst professionelle Köche und Pasta-Hersteller.

Wie die Pasta entsteht

Aus Hartweizengriess und Wasser wird ein Teig geknetet, der von Hand immer wieder gedehnt und gefaltet wird, bis daraus feinste, fadenähnliche Stränge entstehen. Diese werden in drei Schichten kreuzweise auf einem runden Tablett ("fundu") ausgelegt und in der Sonne getrocknet – das Ergebnis erinnert eher an ein feines Gewebe als an klassische Pasta.

Gut zu wissen: Traditionell wird Su Filindeu in einer Lammbrühe mit frischem Pecorino serviert, oft zu religiösen Festen wie der Wallfahrt San Francesco im nahen Lula – nicht als eigenständiges Trockenpasta-Gericht zum Mitnehmen.
Selbst mit modernster Küchentechnik ist es bislang niemandem gelungen, Su Filindeu maschinell nachzubilden.

Warum es so schwer zu finden ist

Weil die Herstellung extrem zeitaufwendig ist und nur wenige Personen sie beherrschen, wird Su Filindeu praktisch nie in normalen Restaurants oder Läden angeboten. Wer es probieren möchte, braucht Glück oder gute Kontakte vor Ort – ein Grund mehr, warum es als eine der seltensten Speisen der Welt gilt.